
Liebe Freund*innen,
in Hessen haben wir seit über einem Jahr die Website hessensagtnein.de, um über unsere Arbeit in den verschiedenen Initiativen gegen die Bezahlkarte zu informieren. Neben einer Hessenkarte, auf der alle Wechselstuben verzeichnet sind, gibt es niedrigschwellige Informationen auf mehreren Sprachen über die Bezahlkarte und unsere Kritik daran.
In manchen der Beiträge wurden zur Veranschaulichung auch die Logos der Supermärkte und Drogerien verwendet, bei denen Menschen mit Bezahlkarte Gutscheine erwerben können, die sie dann in der Wechselstube gegen Bargeld eintauschen können.
Die Drogeriekette dm hat uns daraufhin wegen Verletzung von Urheberrechten abgemahnt. Sie fordert die Entfernung ihres Logos von unserer Website und verlangt gleichzeitig über 2.000 € Abmahnkosten – obwohl ihr durch die Nutzung keinerlei Nachteil entstanden ist. Im Gegenteil, durch den Verkauf der Gutscheine machen sie sogar Gewinn. (Wir kritisieren dieses Vorgehen scharf und haben uns daher dazu entschieden, keine dm Gutscheine mehr zu tauschen.)
Dieses Vorgehen setzt unser zivilgesellschaftliches Engagement unter Druck. Unsere Arbeit soll Menschen informieren und diejenigen unterstützen, die von der diskriminierenden Bezahlkarte betroffen sind. dm stellt sich in der Öffentlichkeit gern als Unternehmen dar, das sich für Demokratie, Grundrechte und gesellschaftlichen Dialog einsetzt. Doch die Praxis sieht anders aus:
Während der Geschäftsführer, Christoph Werner, öffentlich für Gespräche mit der AfD wirbt, bekommen wir als demokratische, ehrenamtliche Initiative eine Abmahnung über mehr als 2.000 Euro aufgebrummt. Wenn große Unternehmen in solchen Situationen mit hohen Abmahnkosten reagieren, wird kritische (Öffentlichkeits-)Arbeit erschwert. Das trifft vor allem ehrenamtliche, spendenfinanzierte Projekte wie unseres. Und das in einer Zeit, in der antirassistische Arbeit von vielen Seiten angegriffen wird.
Unsere Aktivitäten beruhen komplett auf Spenden, daher trifft uns die hohe Forderung sehr hart. Deshalb sammeln wir Geld, um die Kosten gemeinsam stemmen zu können. Bis unsere Spendenkampagne steht, könnt ihr zu euren lokalen Initiativen gehen oder uns über PayPal unterstützen: https://www.paypal.me/KeineBezahlkarte
Wir haben inzwischen alle Logos von Unternehmen, von denen wir Gutscheine annehmen, von der Webseite entfernt.
Falls wir mehr als die geforderte Summe einnehmen, wird der Überschuss solidarisch an die Initiativen gegen die Bezahlkarte in ganz Hessen verteilt.
Wir freuen uns über jeden Betrag, ob groß oder klein!
Together we stand, together we move!
Solidarische Grüße,
die hessischen Initiativen gegen die Bezahlkarte